
Relationale Normativität
Workshop von 4.–5. Dezember 2025 in Freiburg i. Br.
Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht
Der Workshop hat sich mit dem Konzept der „relativen Normativität“ befasst. Sowohl in der Moral- als auch in der Rechtsphilosophie haben in den letzten Jahren Theorien an Bedeutung gewonnen, die sich als „relational“ bezeichnen. Trotz zum Teil erheblicher Unterschiede, worin jeweils die „Relationalität“ dieser Ansätze besteht, teilen sie im Ausgangspunkt die Überzeugung, dass Normen, Verpflichtungen, Ansprüche und Befugnisse eher aus unseren Beziehungen als aus abstrakten Werten allein hervorgehen. Grundlegend für rechtliche wie ethische Standards ist hiernach die Art der Beziehungen zwischen Individuen oder Gruppen. Denn diese normativen Standards basieren nicht ausschließlich auf Merkmalen individueller Handlungsfähigkeit, sondern werden auch durch die Rollen, Erwartungen und Verantwortlichkeiten geprägt, die sich aus den Beziehungen zwischen den Akteuren ergeben.
Der Workshop hat die neuesten Entwicklungen in den Debatten über relationale Normativität reflektiert und neue Wege für die zukünftige Forschung in diesem Bereich aufgezeigt. Ausgehend von einem breiten Verständnis relationaler Normativität versammelte er führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Moral-, Rechts- und politischen Philosophie. Um einen vielfältigen und kritischen Austausch anzuregen, gab es zu jedem Vortrag einen eingehenden Kommentar, wobei Vortragende und Kommentatoren verschiedenen „Lagern“ angehörten und alternative Perspektiven auf „Relationalität“ boten.
Programm
Donnerstag • 4. Dezember 2025
| ab 09:00 | Registrierung |
| 09:45–10:00 | Philipp-Alexander Hirsch und George Pavlakos Begrüßung und Einführung |
| 10:00–11:15 | Arthur Ripstein (Toronto): “Two Types of Relational Normativity” Kommentar von Christoph Möllers (Berlin) |
| – Kaffeepause – | |
| 11:45–13:00 | R Jay Wallace (Berkeley): “Relational Morality, Quality of Will, and the Problem of Moral Outcome Luck” Kommentar von Monika Betzler (München) |
| – Mittagspause – | |
| 14:30–15:45 | Fabienne Peter (Warwick): “Relational Ethics: the Fittingness Dimension” Kommentar von Jonas Vandieken (München) |
| – Kaffeepause – | |
| 16:15–17:30 | „Relationale Perspektiven bündeln: Eine offene Reflexion“ Moderation: Philipp-Alexander Hirsch (Freiburg) & George Pavlakos (Glasgow) |
| 19:00 | Abendessen (nur Vortragende) |
Freitag • 5. Dezember 2025
| 10:00–11:15 | George Pavlakos (Glasgow): “Democratic Law in the State of Nature: a Kantian Framework” Kommentar von Alexander Somek (Wien) |
|---|---|
| – Kaffeepause – | |
| 11:45–13:00 | Nicolas Vrousalis (Rotterdam): “What's Unjust about Structural Injustice” Kommentar von Mirjam Müller (Glasgow) |
| – Mittagspause – | |
| 14:00–15:15 | Philipp-Alexander Hirsch (Freiburg): “Public Censure and Normative Repair: A Relational Conception of State Punishment” Kommentar von Erasmus Mayr (Erlangen) |
| 15:15–15:30 | Philipp-Alexander Hirsch und George Pavlakos Abschluss und Ausblick |
| 19:00 | Abendessen (nur Vortragende) |
Ausblick
Die Beiträge der Tagung sollen in der Zeitschrift Jurisprudence als Special Issue erscheinen, das zentrale Thesen und Kontroversen zur „Relational Normativity“ bündelt und durch zusätzliche Perspektiven erweitert.
Über uns
Der Workshop wird von Dr. Dr. Philipp-Alexander Hirsch und Prof. Dr. George Pavlakos organisiert.
- Philipp-Alexander Hirsch ist Leiter der Unabhängigen Forschungsgruppe „Strafrechtstheorie” am Max-Planck-Institut für Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Strafrecht und Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtstheorie sowie die Geschichte und Philosophie des Strafrechts in der Aufklärung. Eines seiner aktuellen Forschungsprojekte befasst sich mit der Entwicklung eines relationalen Verständnisses des Strafrechts.
- George Pavlakos ist Professor für Recht und Philosophie an der Universität Glasgow (School of Law). Seine Forschungsschwerpunkte sind Rechtstheorie und -philosophie, Recht und Metaphysik, politische Philosophie sowie die Rechts- und politische Philosophie Immanuel Kants. In den letzten Jahren hat er sich vor allem mit dem Verständnis der Existenz von Rechtsbeziehungen außerhalb des Kontextes des staatlichen Rechts beschäftigt.
Impressionen








