
Nachhaltige Strafjustiz
Die Rolle des Strafrechts beim Übergang zu einer gerechteren Welt
Kann das Strafrecht eingesetzt werden, um nicht nachhaltige Handlungen zu sanktionieren? Straftaten herkömmlicher Art, wie Vergewaltigung, Körperverletzung oder Diebstahl, werden von einer oder nur wenigen Personen begangen, indem sie gegen rechtliche Normen verstoßen und anderen Menschen durch einzelne Handlungen Schaden zufügen. Nachhaltigkeitskrisen (Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und Umweltverschmutzung), die den Bestand der gesamten Menschheit und allen Lebens auf der Erde bedrohen, werden hingegen meist durch eine große Anzahl von Menschen verursacht, deren Verhalten allgemein als akzeptabel und sogar als positiv angesehen wird: sich gut ernähren, viel reisen und komfortabel leben. Solches Verhalten unterscheidet sich grundlegend von den traditionellen Vorstellungen von kriminellem Handeln. Die Bewältigung von Umweltzerstörung und Raubbau an den natürlichen Ressourcen wurde daher bislang als Aufgabe der Verwaltungs-, Wirtschafts- und Bildungspolitik betrachtet, wobei man sich auf Lizenzen, Anreize und Sensibilisierung stützte. Strafrechtliche Sanktionen für die Verursachung von Umweltschäden wurden dagegen nur für einzelne Taten diskutiert.
Dieses Projekt untersucht, was das Strafrecht daran hindert, eine größere Rolle im Wandel zu einer nachhaltigeren Gesellschaft zu übernehmen, und mit welchen Mitteln und in welchem Umfang diese Hindernisse beseitigt werden können. Dazu wird die Wertebasis des Strafrechtssystems beleuchtet und das Strafrecht sowie die strafrechtliche Forschung zum Nachhaltigkeitsideal verortet. Kann das Strafrecht auf die großen Nachhaltigkeitskrisen reagieren? Und sollte es das?
| Forschungsergebnis: | Zeitschriftenbeiträge |
|---|---|
| Forschungsschwerpunkt: | I. Grundlagen |
| Projektsprache: | Englisch |
| Bild: | © iStock.com/Tarcisio Schnaider |











