Wo siehst du dich in 10 Jahren? 

DW-Podcast zum FutureU-Projekt

14. Juli 2026

In der neuesten Ausgabe des DW-Podcasts „Science Unscripted“ wird Jean-Louis van Gelder zum Forschungs­projekt FutureU interviewt. Mithilfe von VR werden in diesem Projekt Menschen gedanklich in die Zukunft versetzt, wo sie ihr um ein Jahrzehnt gealtertes zukünftiges Ich (future self) treffen. Diese Auseinandersetzung mit dem künftigen Ich kann für die persönliche Entwicklung und psychische Gesundheit von Bedeutung sein.

Indem man sein zukünftiges Ich visuell vor Augen hat und in der VR mit ihm interagiert, wird die Zukunft konkreter und lebendiger, erklärt der Freiburger Kriminologe Jean-Louis van Gelder. „Aus Studien wissen wir: Je lebendiger wir uns zukünftige Zustände vorstellen können, desto eher arbeiten wir aktiv darauf hin.“

Eine Gruppe von Menschen, für die Interventionen zum „zukünftigen Ich“ besonders nützlich sein könnten, sind junge Straftäterinnen und Straftäter. „Diese Gruppe neigt dazu, extrem ‚kurzsichtig‘ zu sein. Und eine kurzfristige Denkweise ist einer der wichtigsten Prädiktoren (Vorhersagevariablen) für Delinquenz“, erklärt Jean-Louis van Gelder. Wenn unmittel­bare Belohnungen die langfristigen Konsequenzen überschatten, lässt man sich leicht von dem schnellen Gewinn oder dem Nervenkitzel verführen.

Hier setzt das FutureU-Projekt an. Es kann jugendlichen Straftäterinnen und Straftätern helfen, über die langfristigen Konsequenzen ihres Handelns nachzudenken und im Idealfall ihr Verhalten zu ändern.

Ganz allgemein gesprochen kann FutureU Menschen dabei helfen, abstrakte Ziele in umsetzbare Pläne umzuwandeln. Eingesetzt werden kann die Anwendung daher auch im Coaching und in der Bildung.

 

Hören Sie das gesamte Interview “Where do you see yourself in 10 years?” im DW Podcast vom 25.06.2026.

Weitere interessante Beiträge

Zur Redakteursansicht